squareavan 2011

Die Fortbewegung ist bereits am Quadrat (vier Holzplatten, 210 x 90, weiß lackiert, 400 Schrauben 3 − 6 mm, vier Rundhölzer, vier Holzbretter, länglich, eine weiße Plastikfolie) gescheitert, weiter kam sie nicht. Ziel war es eigentlich, den Berg hinunter zu kommen, während man drin steht, sich zu wälzen, also und zu stürzen. Aber ich war zu feig. Entschied mich für die Gegenrichtung. Berg rauf, Kamera leicht geneigt, um den Eindruck zu verstärken. Funktionierte allerdings nicht: Anstatt mich zu bewegen konnte ich drei Tage nicht gehen. Mein Rücken brachte mich fast um, noch nie hatte ich solche Schmerzen. Die Beine bewegungsunfähig, die Arme bewegungsunfähig, sogar Hals und Nacken bewegungsunfähig. Vom stechenden Schmerz in meinem rechten Oberarm ganz zu schweigen. Ich sollte wirklich Krafttraining machen, Hantel oder Liegestütze, irgendwas, um solche Dinge in Zukunft reibungsloser durchziehen zu können. Die Fernaufnahme war noch anstrengender. Ich stand dahinter und kippte es an den Querstreben. Das Problem war, dass dieses Quadrat nach vorne stürzen wollte, unentwegt, den Berg hinunter. Ich musste dagegenhalten. Hätte ich mehr Gewicht, wäre mir das vermutlich leichter gefallen. Ich sollte zunehmen. Musste es nach jeder Drehung abfangen, um einen zu starken Aufprall zu vermeiden. Daher vermutlich der stechende Schmerz in meinem rechten Unterarm und den Händen. Wir haben früh zu drehen begonnen, aber es hatte über dreißig Grad. Ich bekam einen Sonnenbrand auf Nacken, Schultern, Unterarmen, Kopf und Ohren. Ich hatte bis dahin noch nie einen Sonnenbrand auf den Ohren. Ich schwitzte, musste mir aber eine Jacke anziehen, weil ich die Sonnencreme vergessen hatte. Zudem trug ich einen Filzhut, um meinen Kopf zu schützen. Der Schweiß sammelte sich unter der Krempe und lief mir in die Augen. Unentwegt umkreisten mich Schmeißfliegen und Mücken und Libellen und ich konnte nicht nach ihnen schlagen. Bei Auf- und Abbau des Quadrats standen wir in der prallen Sonne. Wir mussten auf dem scharfkantigen Schotter der Forststraße knien, und die Steinchen bohrten sich in die Haut. Wir schraubten drei Stunden und hatten kein Wasser mitgenommen. Nur Eiskaffee. Und der war viel zu warm und nach einer halben Stunde ausgetrunken. Zu Hause räumte ich Holz, Winkel und Schrauben in die Garage. Vermutlich werde ich ein Regal daraus bauen.