the porcupine similitude 2012

Zunächst kaufte ich 80 graue Hauskanalrohre mit einem Durchmesser von 3,2 und einer Länge von 100 Zentimetern. Mit einer Metallsäge zerteilte ich sie in Stäcke mit 20 Zentimeter Länge. Mit einer Nagelschere und einem Teppichmesser reinigte ich die Schnittflächen. Ich kaufte 15 Fußabtreter, schwarz, aus Hartgummi und mit Löchern im Durchmesser von 3,2 Zentimetern. Mit einem Seitenschneider zertrennte ich die Matten in Streifen. Jeder Streifen hatte zehn Löcher. Mit der Nagelschere säuberte ich die Ränder, entfernte die kleinen, unregelmäßig angeordneten Gumminoppen an der Unterseite sowie die dünnen Gummiböden der Löcher. Die Rohrstücke wurden in die Löcher der Fußmattenstreifen gesteckt und mit Heißkleber fixiert. Die Herstellung eines Streifens dauerte im Schnitt 45 Minuten. Ich besorgte mir einen schwarzen Arbeitsoverall, der erstaunlich gut gefertigt war. Ich trennte die Nähte an den Außenseiten der Beine auf und nähte sie enger. Ich entfernte die Taschen. Ich besorgte mir vier Reißverschlüsse. Ich trennte die Beine knapp oberhalb der Knie ab. Ich entfernte die Arme und nähte die Reißverschlüsse an die Schnittstellen. Ich brachte die 40 Gummistreifen mit den rund 400 Rohren auf den Anzug an. Zunächst befestigte ich sie mit Heißkleber, doch der Gummi haftete schlecht. Also nähte ich jeden Streifen mit zweiundzwanzig Stichen an. Für die Befestigung eines Streifens benötigte ich etwa 30 Minuten und fünf Meter Nylonschnur. Am Abend des 15. Januars 2012 war der Anzug fertig.

Am 17. Januar 2012 schneite es zum ersten Mal in diesem Winter. Das kam mir nicht ungelegen. Mit einem Fahrradanhänger transportierte ich den Anzug zur Donauinsel auf Höhe der Reichsbrücke. Ich stellte die Kamera mit Fokus nach Ost-Süd-Ost auf und spannte einen Regenschirm, um sie vor dem Schnee zu schützen. Ich zog mich um, was etwa eine halbe Stunde dauerte. Ich verzichtete darauf, die Ärmel anzuziehen, weil ich mir ein winziges Maß an Bewegungsfreiheit erhalten wollte. Gegen 14 Uhr war ich fertig. Die Schneedecke war zu diesem Zeitpunkt zwischen zwei und vier Zentimeter dick. Mit einigen Problemen legte ich mich rechts von der Kamera auf den Bauch, und versuchte mich mittels Liegestützen so weit aufzurichten, dass ich mich ein Stück nach vor bewegen konnte. Schon beim ersten Zug verlor ich einige Rohre. Nach geraumer Zeit kam ich ins Bildfeld der Kamera. Ich änderte die Richtung und robbte von der Kamera weg. Es war anstrengender, als ich angenommen hatte. Der Neuschnee blieb auf den Rohren haften und machte den Anzug noch schwerer. (Ursprünglich wollte ich etwa dreißig Meter gerade aus kriechen, bevor ich einen betonierten Parkplatz erreicht h ätte und nach links hinter ein Gebüsch abgebogen wäre.) Mir wurde schnell klar, dass meine Kraft nicht für die gesamte Strecke ausreichen würde und bog bei der Hälfte des Weges nach rechts, hinter einen Stein ab. Dort rastete ich kurz. Dann kroch ich weiter.

Zuhause tranken wir Früchtetee. Anschließend nahm ich ein Bad.